Unerwartet.
Ich hatte heute so viel Spaß auf diesem Heinerfest. Eine Festivität, die ich normalerweise geflissentlich unbeachtet verstreichen lasse. Zu viele Menschen auf zu wenig Raum. Große Menschenansammlungen lösen bei mir Fluchtgedanken aus. Ich bewege mich ungern durch sie hindurch oder mit ihnen mit. Ich bin eher so am Rand, im Backstage, hinter der Bühne, ich schaue gerne von hinten zu oder laufe auf dem Seitenstreifen. Ich halte mich gern abseits der Masse. Manchmal stehe ich auch gern über der Masse, klettere also auf eine Mauer und schaue mir das Treiben von oben an. Diese Dinge.
Heute also mitten drin.
Ich hatte mir fest vorgenommen, dieses Jahr mit K5 eine Runde zu drehen. Das ist uns vorzüglich gelungen. Es war mild, relativ leer, es war Zuckerwatte, Schokobanane, Slushigehirnfrost und gute Pommes, es war Spiegellabyrinth, Geisterbahn und Wasserparcours, es war 23 Uhr und ein Sprint bis zur Haustür. Es war ein glückliches Kind, das strahlend ins Bett gefallen ist. Es war sein herrlicher Auftakt. Ich habe es all die Jahre bis jetzt vermieden, mit ihm auf dieses Fest zu gehen. Heinerfest, ich habe mich oft genug lustig gemacht über Menschen, die dort ein halbes Monatsgehalt versenken. Diese Geldverschwendung!
Nun, eventuell habe ich heute etwas gelernt. Mich nicht zu erheben über die banale Freude eines Volksfestes. Es hat gut getan, sich gemeinsam mit meinem Sohn von Stand zu Stand treiben zu lassen und dabei sehr viel zu lachen. Nichts davon war eine Verschwendung. Fragezeichen löst es aber dennoch aus, weil es natürlich ein teurer Spaß ist, den ich in den kommenden 3-4 Jahren in jedem Fall einplanen muss. Weil, einmal ist keinmal. K5 wird im kommenden Jahr wieder auf dieses Heiner Fest gehen wollen.
Bleibt, dringend einen neuen Job zu finden in diesem Jahr, damit wir uns das leisten können 🙂
Endlich habe ich die richtige Motivation für die Jobsuche gefunden! Das ist der Part, der aktuell ein wenig liegen bleiben. Ich fülle meine Tage gerade mit anderen Dingen. Aufräumen, zum Beispiel.
Ich mache im Außen sauber. Heute habe ich vor der Tür gekehrt. Das Schuhregal entkernt. Festgestellt, dass Bananen sich als Klebstoff eignen. Die Fußmatte ausgeklopft. Alle Schuhe geputzt.
Es war ein wildes Fest, im Außen. Ein Heiner Fest.
Ich bin gespannt, wie aufgeräumt ich in einem Jahr sein werde, wenn ich wieder ein Heiner Fest feiere.

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