Hurra!

Hurra, ich bin erstaunlich gelassen und entspannt. Obwohl ich noch keine Rückmeldung auf meine Bewerbung habe. Ich könnte auch total aufgeregt sein und mir viele Gedanken dazu machen, dass ich ja vielleicht doch nicht gewollt bin. Schließlich könnte man mir auch vor lauter Freude sofort antworten! Ich könnte das jetzt akribisch durchdenken und dazu habe ich gar keine Lust. Es ist mir keine schlechten Gedanken wert. Das ist cool, weil, ich muss mir nicht einreden, entspannt zu sein, ich bin entspannt. Sehr geiles Gefühl!

Ich gehe davon aus, wenn das Schicksal will, dass ich diese Stelle bekomme, dann bekomme ich diese Stelle. So einfach ist das. Wenn das Schicksal das nicht will, dann will das Schicksal etwas anderes. Damit bin ich fein. Es wird mir dann schon mitteilen, was es werden will.

Heute morgen habe ich ein anderes Hurra getestet. Ich habe beim Frühstück in einem Magazin gelesen, das es gut für uns ist, wenn wir uns mehr freuen und unser Leben mehr feiern. Das hat mich sehr angesprochen, ab und an habe ich (leider öfter als seltener) das Gefühl, dass es genau das ist, was mir fehlt. Bedingungslose Freude. Einfach morgens aufstehen und sich freuen, dass ein neuer Tag anbricht. Das ist schon so ein Gadet, bei dem ich das Gefühl habe, dass sich ab zweistelligen Alterszahlen abnutzt. Wie ein Bürstenkopf bei der Zahnbürste. Wie ich das ersetzt bekomme, das wäre gut, herauszufinden.

Jedenfalls sagte wohl Oprah Winfrey: „Je mehr du dein Leben feierst, desto mehr git es zu feiern.“

Das ist wie mein gestriges „lass deine Gedanken nicht darüber entscheiden, wie du dich fühlst“. Nie!

Es ist ganz simpel. Wir sind, was wir denken, zu sein.

Es ist also dringend an der Zeit für mehr Hurra!

Die Anleitung für heute war simpel. Positive Gefühle entwickeln sich nach oben. Negative Gefühle eher nach unten. Sprich, wer ständig beim Laufen auf seine Schuhe schaut, wirkt nicht sonderlich fröhlich, sondern eher bedrückt. Schöner ist es, ab und an inne zu halten, um mal nach oben zu schauen. Alles, was aufsteigt, macht uns glücklich. Blubberblasen, Seifenblasen, Heißluftballons. Bunte Heliumballons mit Paw-Patrol-Motiv, die still entfleuchen. Wobei, halt, höre ich da ein Kind weinen und Eltern fluchen?

Vögel, am Himmel. Hummeln. Wespen. Hornissen. Flugzeuge. Die vor allem, wenn sie näher dran sind, die hinterlassen auch noch so einen schönen Lärm. Das macht vor allem Hausbesitzer in der Einflugschneise vom Flughafen glücklich. Da könnte ich drauf wetten!

Ohne Ironie ist der Tipp, mal den Kopf zu heben und die Umwelt bewusst wahr zu nehmen, eine echte Option für mehr Hurra. Ob ich dabei den Kopf dauerhaft in den Wolken haben muss, um mich fröhlicher zu fühlen, da bin ich mir jetzt nicht so sicher. Eventuell bin ich hier aber auch geprägt vom „Hans-guck-in-die-Luft“, bei dem ist das auch nicht gut gegangen. Die Gefahr, zu stolpern, ist groß. Die Gefahr, die Nackenschmerzen des Todes zu bekommen, auch.

Vielleicht ist es eher ein „aufmerksam gerade aus“. Weniger Blick aufs Handy oder auf die Füße, mehr Blick auf die Umgebung, vielleicht sogar mit einem Lächeln.

Ich habe den Gedanken mit dem „Freude steigt nach oben“ mit auf meinen Spaziergang in den Wald genommen, heute früh. Es war der erste Spaziergang in dieser Woche, das hat mich dann doch erstaunt. Meine Morgenroutine leidet ziemlich, wenn Ferienzeit ist. Dafür bin ich viel Fahrrad gefahren dieser Tage, fast jeden Tag. Ich war zweimal im Fitnessstudio und habe auch daheim noch ein wenig Gymnastik gemacht. Ich bin erfreulich viel bewegt.

Mein Spaziergang im Wald ist allerdings alternativlos für meine Freude. Ab und hebe ich auch wirklich den Kopf und schaue nach oben. Es ist wunderschön, wenn sich Sonnenstrahlen durchs Laub schieben und Muster auf den Waldboden zeichnen. Wobei ich die natürlich nur wahrnehmen kann, wenn ich dann auch wieder nach unten schaue …

Vielleicht – kommt es am Ende darauf an, Abwechslung zu haben. Den Blickwinkel zu verändern. Die Perspektive zu wechseln. Ein Hurra liegt sicherlich weder im Himmel noch auf der Erde. Aber manchmal eventuell dazwischen.

Ich habe heute diesen Spaziergang dazwischen geschoben. Ich habe außerdem die Böden in der Wohnung geputzt, Wäsche gemacht, eingekauft, mich darauf vorbereitet, dass K5 wieder nach Hause kommt und über das aufsteigende Glück sinniert. Beim Lächeln heben sich die Mundwinkel nach oben und das ist ganz klar ein Booster für Freude. Lächeln macht tatsächlich glücklich.

Mit einem Lächeln habe ich meinen Jüngsten heute Abend wieder in Empfang genommen. Er war jetzt eine längere Zeit mit seinem Vater unterwegs und hatte eine gute Zeit. Die hatte ich auch. Ich war in München, habe mein Zeugnis geschrieben, eine Bewerbung auf den Weg gebracht, mein Coaching begonnen, im Keller geräumt, viel gelesen und ab und an einfach auf der Wiese gelegen und in den HImmel geschaut.

Es war wunderbar! Jetzt wird es ganz wunderbar, wieder mit Kind zu sein. Anders wunderbar. Ein paar Tage wirklich frei zu haben, das war schön! Wer wie ich stetig als Mutter oder Vater mit dieser Verantwortung durchs Leben geht, der braucht ab und an eine Pause für ein Hurra.

Ich habe beschlossen, morgen früh wache ich auf und habe gute Laune. Ein neuer Tag, das kann nur gut werden! Ich freu mich drauf!

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