Immer im Vertrauen bleiben.
Immer.
Immer.
Immer.
Lass nicht zu, dass deine Gedanken dir die Suppe versalzen!
Mich selbst in Unsicherheit denken, ausgeprägtes Talent meiner selbst. Mich selbst unterstützen, an mich glauben, nun. Schwierig.
Ich will das hier glauben. Ganz doll. So mit zugekniffenen Augen und geballten Fäusten, absolut unbedingt von ganzem Herzen.
Ich habe heute ziemlich aufgeregt an meiner Bewerbung gearbeitet.
Morgens hatte ich erstmal Termine – mein vom Arbeitsamt gesponsertes Berufscoaching ging ja am Montag mit einem allgemeinen Termin los. Heute war dann der erste 1:1 Termin, und ich habe schon wieder den Jackpot gezogen. Nachdem ich eine tolle Betreuerin beim Arbeitsamt erwischt habe, war das Schicksal der Meinung, mir auch eine tolle Coachin zur Seite zu stellen. Ein Segen! Ich habe mich direkt gesehen und verstanden gefühlt. Ich glaube, hätte ich den Mann als Coach, der den ersten Termin am Montag begleitet hat, ich würde irre kichernd über den Flur rennen. So aber bin ich bei einem Menschen gelandet, der mich ziemlich direkt verstanden hat. Kein komischer Kommentar zu „keine Ausbildung, kein Studium“ und direkt erste Ideen, in welcher Weiterbildung sie mich sehen würde.
Falls es das denn noch braucht. Falls ich nicht vom Markt bin, oder wieder im Markt bin, in Kürze. Wer weiß das schon. Steffen jedenfalls freute sich und schrieb „Es wird!“. Ja, was auch immer wird. Es wird in jedem Fall. Irgendwie wird es werden. Ich bin voller guter Gefühle, voller Hoffnung, ich glaube, glaube, glaube. Es wäre ein grotesker Witz, wenn das Schicksal mir jetzt mitteilen würde, dass meine Bewerbungsunterlagen leider nicht ausreichend sind …
Warum ich so oft denke, ich sei nicht ausreichend, es ist schon eine Krux. Heute kam mir dazu eine Idee. Eventuell liegt das nicht nur an meinem Elternhaus, sondern auch am erweiterten Umfeld meiner Eltern. Gläubig im Sinne der Anklage, waren sie aktive Mitglieder bei den Siebenten Tags Adventisten. In diesem Verein der evangelisch freikirchlichen Extremisten war eines an der Tagesordnung: egal, wie viel du gemacht hast für die Gemeinde, es war immer zu wenig. Kinderbibel, Unterricht, wir hatten jede Woche Hausaufgaben, die dann samstags beim Kindergottesdienst geprüft wurden. Und nie war es ausreichend. Immer konnte noch mehr in der Bibel gelesen werden. Immer.
Ich hätte heute noch stundenlang weiter an meiner Bewerbung feilen können. Den CV komplett neu erfinden können. Die einzelnen Bulletpoints noch und nöcher perfektionieren können. Absurd. Ich habe es gelassen. Es klang, als würden sie mich liebend gern Kennenlernen. Christine hat meinen CV in der Form schon im Mai gesehen. Was soll schiefgehen? Wenn es am CV scheitert, hat es scheitern sollen.
Dafür habe ich mich hingesetzt heute Mittag und in gut drei Stunden ein schönes Anschreiben produziert. Mit einem gewinnenden Foto, auf dem ich hinter meinem aufgeklappten MacBook sitze, auf dem fett ein Aufkleber von codecentric klebt. Ich weiß noch, wie ich mit dem Bild damals ein Posting auf Linkedin machte und Steffen darauf reagierte, mit einem „Okay, was sagt deine Firma dazu??? Danke für die Werbung!“
Damals kannten wir uns noch nicht so gut. Das kam dann erst nach all dem, dem Posting, der Konferenz, den Meetups, den Products Walks & Talks. All diese Community-Arbeit. All der Invest an und in Netzwerken. All das – ist die wahre Macht. Ich wiederhole mich gern. Es ist immer die Beziehung, die trägt.
Ich glaube fest an Beziehungen.
Ich glaube nicht mehr ganz so fest an all die Beschränkungen, mit denen ich groß geworden bin. Mich klein denkend, bitte sei zurückhaltender, du bist viel zu präsent, du bist nicht so toll, wie du denkst, du bist nichts Besonderes, sei bescheidener, Hochmut kommt vor dem Fall, sprich nicht so laut, bei Gott, der liebe Gott mag keine lauten, überheblichen Menschen!
Lieber Gott, ich glaube ja sehr viel, aber das glaube ich nicht mehr.
Meine Gedanken haben große Macht über mich. Also mache ich mich dran und denke groß. Das mein Thema das Selbstmarketing werden könnte, hat meine Coachin heute sehr schnell erkannt. Da hapert es noch. Da hapert es schon lange. Es ist absolut an der Zeit, an mich zu glauben!

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