Wofür ich keinen Sprachkurs mehr benötige: Events
Es ist verrückt, in meinem Kopf ist was geplatzt. So ein Knoten, eine Verwirrung. Seit Wochen, Monaten, Jahren laufe ich durch die Weltgeschichte und hadere mit eben dieser. Meiner Weltgeschichte. Die Geschichte, die scheinbar ohne Expertise daher kommt, ein vielfältiger gordischer Alle-Welt-Knoten mit Tendenz zum Kleinhalten. Weil, wenn der Knoten im Kopf zu groß wird, wie soll dann all das andere Denken noch Platz finden?
Immer im Stau, das tut auch nicht gut. Ist ein viel zu hoher Stressfaktor.
Knoten einfach mit der Axt durchschlagen ist übrigens keine gute Idee. Das Problem dahinter ist, dass die offenen Enden ja eigentlich ein Ende hatten, das sie aber vermutlich auf diese Art auch nicht wiederfinden werden. Es herrscht also ein kurzes Aufatmen und dann eine verschärfte Version von „finde den passenden Schuhpartner“. Ein Gewusel wie im Hausflur, wenn man die Schuhe aller Gäste einfach auf einen Haufen schmeißt und dann, wenn sie die Party verlassen, fröhlich ruft: Viel Spaß und frohe Ostern!
So in der Art.
Geht es mir und der Axt.
Eine Axt ist ein sehr grobes Werkzeug. Es eignet sich wirklich besser, um Dinge nachhaltig zu trennen. Holz zum Beispiel. In manchen Fällen auch Arme oder Köpfe, aber lassen wir das.
Ich bin also hier. Mit meinem Kopf. Ohne Axt. Mit diesem Knoten. Und all diesem Gewusel. Mehr oder weniger frisch gekündigt, aus betrieblichen Gründen. Aber auch aus persönlichen Gründen, auch wenn die im Betrieb eher ein wenig vergraben liegen. Eventuell wären die auch was für die Axt. So schön bisschen Brennholz draus machen. Kleines Lagerfeuer, ein paar Geschichten erzählen, Marsmellows rösten (finde ich persönlich ja total unlecker, aber klingt so nett), in der Glut stochern. Diese Dinge. Funken, die springen, dabei beobachten, wie sie verglühen. Oder ein neues Feuer entfachen.
Neues Feuer ist dabei das Stichwort. Ja, ich bin raus. Ja, heute ist die Konferenz, für die ich seit gut drei Jahren Axtführend verantwortlich bin. Was schon nach der ersten Durchführung klar war – meinem Verstand tut das nicht gut. Was weniger an der Konferenz und mehr am Umfeld liegt. An dem, an den ich geraten bin. Einmal mehr in einem Umfeld, in dem ich schlagsnaiv einfach dachte, es wäre gut für mich. Toxische Warnschilder habe ich wahrgenommen und bewusst weitergeführt, gerade im letzten Jahr. Bewusst dahingehend, dass es mir bewusst war und ich dennoch geblieben bin, um zu Lernen, besser damit umzugehen. Weniger mich selbst in Frage zu stellen, Dinge nicht mehr so persönlich zu nehmen, all dieses. Auch ein wenig jenes. Ich habe viel gelernt und ich bin für viele Dinge dankbar.
Sogar für die Kündigung, weil sie mich aus dem Sicherheitsdenken herausholt und brutal fordert. „Ich schaue mich dann mal im Herbst um wegen neuer Stellen, erstmal bleibe ich, auch wenn es mir gar nicht gut geht dabei“. Und im Herbst hätte ich vermutlich einen anderen Zeitpunkt gefunden, an dem es besser passt mit dem umschauen und wäre noch länger geblieben …
So aber muss ich mich jetzt bewegen. Ich muss denken. Ich muss mich positionieren. Ich muss mich bewerben. Ich muss raus aus der Komfortzone. Ich muss mich finden, mich und meine Sprache. Mich und meine Expertise. Das, was ich liebe. Das, was ich gerne tue. Das, was mich morgens schon glücklich stimmt. Das, wofür ich gern aufstehe.
Und dann purzelt mir schon am vergangenen Wochenende mein USP endlich einfach so (gefühlt nach jahrelangem Axtschwingen) in den Schoß:
Ich mache Kontakte zu Fans!
Prima, Applaus.
Und heute, beim Spaziergang im Wald, während ich Nachrichten aus dem Konferenz-Kosmos bekomme, von Teilnehmenden, die mich vermissen, nach mir fragen und feststellen, die Stimmung ist nicht so dolle in diesem Jahr … Da ploppt mir auf, ich habe noch einen USP:
Ich halte den Raum!
Ja, in Stimmung halte ich Räume gut. Ich bin pure Emotion, wenn ich Event mache. Freude, Begeisterung, Liebe für das, was ich tue. Liebe für die Menschen, die da sind. Ich bin Gastgebend, von ganzem Herzen.
Bleibt, das auch sichtbar zu machen. Ich mache seit 30 Jahren Event. Verdammt. Und ich denke, ich habe keine Position, keine Expertise? Wie komme ich auf diesen Gedanken? Drückt der Knoten auf mein kognitives Irgendwas in meinem Kopf?
Und wenn ich Event denke, sehe ich keinen Knoten mehr im Kopf, sondern eine rosa Geschenkschleife, und ich ziehe an dem einen Ende und das Ding geht auf und legt ALLES frei!
Mehr über ALLES? Wird werden!
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