Pokéball

madybylarissa

Komm und schnapp sie dir! 

Meine ersten Tipps zum Thema Beschäftigung für Jungs, wenn Mama krank ist. Okay, du wirst eventuell bügeln dürfen. Ich habe mir sagen lassen, manche Menschen lieben bügeln. Ich gehöre zu der seltenen Spezies, die nie bügelt, außer es handelt sich um Schmetterlinge, Dinos oder eben Pokébälle. Ich bügele also nur SEHR selten! Und nur Bügelperlen. 

Mein Bügeleisen ist inzwischen 30 Jahre alt und etwas kaputt. Das Gehäuse hat einen Schlag abbekommen, wann, weiß ich nicht mehr. Es ist eine langes Leben für ein Bügeleisen. Anfangs wurde es tatsächlich genutzt … ich erinnere eine weiße Bluse und eine Weste. Die Bluse sollte und durfte gebügelt sein. Dafür hatte ich mir zusätzlich zur Bluse also dieses Bügeleisen gekauft … Schon damals war mir wichtig, dass ich Qualität kaufe. Ich hätte auch ein ganz günstiges Bügeleisen kaufen können. Die gab es. Es gab allerdings auch dieses, mit Dampf und allem neuen Schnickschnack und für weit über 100 DM. Ja, genau. DM. Kennt man heute nur als Drogeriekette. War damals noch die Währung. Genau. So alt bin ich schon! Verdammt! 

Jedenfalls, die Bluse und das Bügeleisen, beide kamen mehrfach zum Einsatz. Dann kam meine Zeit beim Zirkus und die Schwangerschaft mit Kind 1. Die Bluse wurde zu eng und war zudem total unpraktisch. Das Bügeleisen wurde arbeitslos, da ich nur noch weich fallende Hippieklamotten und Jeans-Latzhosen getragen habe … Im Gegensatz zur Bluse darf das Bügeleisen aber immer noch mit mir reisen. Vom Zirkus über einen Aufenthalt in München, zurück nach Darmstadt in eine 3, dann 4 und jetzt 5-Zimmer-Wohnung. Immer mit im Karton – das Bügeleisen.

Bei Kind 1 und 2 verwehrte ich mich noch gegen die Macht der Bügelperle. Zu chaotisch waren mir die vielen Perlen, überall in der Wohnung … ich war durchaus gelassen chaotisch zu der Zeit, dennoch kapitulierte ich bei Bügelperlen und bei Knete. Damit konnte ich so gar nichts anfangen … 

Mit Kind 3 kam dann die Annäherung an das, was Bügelperlen auch sein können. Wunderbar kreativ entspannte Beschäftigung. Kinder, die stundenlang kleine Bügelperlen auf Vorlagen sortieren. Erst schreiend bunt und später dann farblich sortiert. Hinzu kam die Erkenntnis, dass es mich total entspannt und runter holt, wenn ich Bügelperlen nach Farben sortiere. Ich saß oft am Tisch mit Kind 3 und 4, und habe rote oder gelbe Bügelperlen aus einem Meer von buntem Allerlei heraus sortiert. Wunderbar! 

Heute, mit Kind 5, ist die Bügelperle ein fester Bestandteil des meditativen Tuns. Das Bügeleisen erfreut sich einer immer wiederkehrenden Phase von Bügeleinheiten. Weiße Blusen gibt es keine mehr in meinem Leben, schon gleich keine, die ich bügeln müsste. Mir fehlt auch gänzlich die Zeit dafür 😉

Die letzten Ideen, die ich heute gerne weiter geben möchte, stammen nicht ursprünglich von uns. Sie kommen aus der Betreuung meines Sohnes. Als Verbindung von Kind 1 zu Kind 5 gibt es immer noch eine Sache, die die Jahre neben den Bügelperlen und meinem Bügeleisen überdauert haben. Pokémon! Ash und Pikachu! Die Faszination ist immer noch da!

Also, Kind 1 hatte dafür keine Faszination. Kind 2 auch nicht. Kind 3 und 4 nur am Rande. Und auch Kind 5 sagte letztens, in der Schule spielen alle Pokemon, das ist so ein Mist! Ich habe darauf keine Lust! Was soll das überhaupt sein, Pokemon!

Gut, dachte ich mir, vielleicht ist es doch interessant, sich mit dem Thema auseinander zu setzen? 20 Jahre lang habe ich das Thema erfolgreich ausgeblendet. Aber war es nicht so, dass auch Bügelperlen noch eine Chance bekommen haben? Warum dann nicht Ash und Pikachu? 

Und nun stecken Kind 5 und ich in Staffel 1, Folge 44 und wir wissen – da sind noch 24 Staffeln, die wir schauen können! Wir sind versorgt bis er Teenager ist! Wie wunderbar! 

Da wir nicht durchgehend Pokemon schauen können, beschäftigt sich mein Kind also damit, viele Pokebälle herzustellen. Um viele Pokemon in der Wildnis seiner Fantasie fangen zu können 🙂

Schön!

Schön ist auch, dass er sich genau überlegt, wie er perfekte Kreise hinbekommen kann. Wir haben ein schönes Sammelsurium an Vorlagen für Bügelperlen, und er nutzt das auf ganz kreative Art und Weise. 

madebylarissa

Mein Tipp für schwere Zeiten? Schaut ein wenig mehr fern, das hat uns damals auch nicht umgebracht. Und holt die passenden Farben an Bügelperlen ins Haus. Ein Bügeleisen habt ihr doch bestimmt? Oder tragt ihr keine weißen Blusen?? 

Und dann – bleibt kreativ in den Pausen zwischen den Folgen und gestaltet, worauf auch immer ihr Lust habt! Pokebälle kann ich dabei nur empfehlen 🙂

Wir bügeln im übrigen meist auf dem Herd, und nutzen nicht Butterbrotpapier, sondern normales Backpapier. Das funktioniert ganz hervorragend. Unser Bügelbrett hat nämlich keine 30 Jahre überlebt …

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